Dresden und die Kinematographie

Dresden hat auf dem Gebiet der Kinematographie stets an erster Stelle gestanden und ist heute durch die Ernemann-Projektionsapparate der Zeiss-Ikon Werke mit den Lichtspielhäusern der ganzen Welt geschäftlich verbunden.

Schon im Jahre 1898 als die Kinematographie noch in den primitivsten Anfängen war, hatten auf der Dresdner Vogelwiese Schausteller diese Erfindung als neueste Sensation dem Publikum gezeigt und 1901 mit eigenen Aufnahmen ihr Programm erweitert. 

Die ersten ständigen Kinos in Dresden wurden im Jahre 1906 errichtet. Am 24. November 1906 wurde in Dresden vom Ministerium des Innern die erste Verordnung, die Vorführung mit Kinematographen betreffend, herausgegeben, die auch außerhalb Sachsens ihre Anwendung fand.

1907 hatte die Firma „Deutsche Kinematographen-Werke“ in Dresden ihre ersten Filme hergestellt, die im In- und Ausland große Beachtung fanden.

1908 wurde in Dresden der erste Kinematographenbesitzer-Verein von Heinrich Ott gegründet. Der Verein wurde im Jahre 1909 eingetragen. Aus diesem Verein ging am 26. November 1916 der Sächsische Landesverband und später der Reichsverband hervor. 1934 wurde der Verein durch die allgemeinen Bestimmungen aufgelöst, nachdem er über 25 Jahre als erster und größter Kinematographenbesitzer-Verein bestanden hatte.

Im Jahre 1910 wurde von dem Dresdner Filmverleiher Paul Gelbert und Firma Wolfram der erste Filmverleiher-Verband Deutschlands in Berlin ins Leben gerufen.

Als die ersten mehraktigen Dramen auftauchten und der Film eine künstlerische Note annahm, kann Dresden den Vorzug für sich in Anspruch nehmen, dass seine bekanntesten und beliebtesten Bühnenkünstler sich dem Film zur Verfügung stellten, u. a. Prof. Leon Rains, Bruno Decarli, Theodor Becker, Otto Gebühr, Lissi Nebuschka, Maria Fein, Julia Serda, Olga Limburg, Alice Dagny, Ida Bardou-Müller, Hans Waschatko, Alexander Wierth, Paul Beckers, Wilhelm Kleinoschegg, Johann Wahlberg, Willy Strehl, Ignaz Janda, Georg Schnell, später Richard Tauber, Erich Ponto, Paul Hoffmann usw.

Wini Grabitz, Ida Kettner, Paula Neumann, Ignaz Janda: Residenztheater.

Lotte Crusius, Rudolf Schröder, Karl Jaedicke, Wilhelm Höhner, Wilhelm Dettmer, Lothar Mehnert, Alice Verden, Jenny Schaffer, Dagnie Servaes, Antonia Dietrich, Alice Dagny, Wilhelm Kleinoschegg, Johann Wahlberg, Ida Bardou-Müller, Hans Waschatko, Alexander Wierth: Schauspielhaus.

Edgar Licho, Georg Schnell: Alberttheater.

Willy Strehl: Centraltheater.

Paul Beckers: Komiker.

Hertie Kirchner, Karin Hardt, Carola Höhn bei Boehner-Film, Dresden.

 

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